KI · Modell-spezifische Setups
Flux.1 Krea dev — Setup und Parameter
Dieselbe Pipeline wie Flux.1 dev, eine Datei anders — und eine deutlich photographischere Ausgabe. Warum Krea dev auf leistungsfähiger Hardware zum Standardmodell wird.
Flux.1 Krea dev ist kein Setup, das man neu lernen müsste. Es ist die offene, guidance-distillierte Variante von Krea 1, entwickelt von Black Forest Labs zusammen mit Krea, und es sitzt auf derselben Rohbasis wie Flux.1 dev. Architektonisch sind beide identisch. Alles, was in 2.3.2 über Encoder, guidance, Sampler und Auflösung steht, gilt hier unverändert — dieser Artikel wiederholt es nicht. Er behandelt nur, was sich unterscheidet: das eine Feld, das du änderst, und was diese Änderung mit dem Bild macht.
Ein Drop-in, kein neues Setup
Der praktische Kern in einem Satz: Krea dev läuft an genau der Stelle, an der vorher Flux.1 dev lief, ohne dass sich sonst irgendetwas ändert. Der DualCLIPLoader bleibt auf flux, dieselben beiden Encoder — CLIP-L und T5XXL — bleiben geladen, die guidance in CLIPTextEncodeFlux bleibt bei 3.5–4.0, der SamplerCustomAdvanced bleibt bei euler / simple / 20–25 Schritten, die Sampler-cfg bleibt bei 1, die Ein-Megapixel-Auflösungsregeln bleiben dieselben. Nichts davon fasst man an. Krea dev ist wie Flux.1 dev guidance-distilliert — dasselbe Regime, dieselben Werte.
Was sich ändert, ist eine Datei. Die Krea-Gewichte gehören in denselben ComfyUI-checkpoints-Ordner, in dem schon dein Flux.1-dev-Modell liegt. Danach trägst du ihren Dateinamen — inklusive .safetensors — in das Checkpoint-Feld des RAY-L-Panels ein. Das ist der gesamte Eingriff: ein Feld.
Ein Detail, an dem man sonst still scheitert: Das Checkpoint-Feld ist nicht leer. Es ist mit dem dev-Dateinamen aus dem Setup-Guide vorbelegt — die bequeme Null-Konfiguration für Flux.1 dev, aber eine Falle beim Wechsel. Wer den vorbelegten Namen nicht durch den Krea-Dateinamen ersetzt, rendert unbemerkt weiter mit dev und sieht die Unterschiede nie, um die es in diesem Artikel geht. Prüfe vor dem ersten Krea-Lauf, dass im Feld tatsächlich die Krea-Datei steht.
Das ControlNet bleibt ebenfalls unberührt. Der InstantX-Flux-Canny (flux-canny-instantx.safetensors) funktioniert mit Krea dev genauso wie mit dev, weil Krea Flux.1-dev-kompatibel ist und dasselbe ControlNet-Regime nutzt. ControlNet-Stärke, Canny-Schwellenwerte, Seed-Logik — alles bleibt, wie es in 2.3.2 steht.
Woher Krea dev kommt
Dass der Tausch so bruchlos funktioniert und die Ästhetik trotzdem abweicht, erklärt sich aus der Entstehung. Black Forest Labs hat Krea ein vortrainiertes, guidance-distilliertes 12-Milliarden-Parameter-Modell namens flux-dev-raw bereitgestellt — dieselbe Rohbasis, aus der auch Flux.1 dev hervorgeht. Darauf hat Krea ein reines Ästhetik-Post-Training gefahren, mit dem erklärten Ziel, realistischere und weniger übersättigte Bilder zu erzeugen. Flux.1 dev und Krea dev sind Geschwister aus derselben Rohbasis, die nur im Post-Training auseinandergehen. Das ist der Grund, warum die Pipeline identisch bleibt — gleiche Encoder, gleiche Node-Struktur — und die Bildwirkung dennoch eine andere ist.
Black Forest Labs nennt das Modell selbst „opinionated": ein Text-zu-Bild-Modell mit bewusst eigener ästhetischer Haltung statt neutraler Mitte, mit dem Ziel, den übersättigten „AI look" zu vermeiden. In den Präferenztests des Herstellers liegt Krea dev auf einer Ebene mit der geschlossenen Lösung FLUX1.1 pro. Das ist eine Herstellerangabe, kein unabhängiges Ergebnis, und als solche zu lesen. Die belastbare Aussage über den Unterschied liefert nicht das Datenblatt, sondern der direkte Vergleich am eigenen Motiv — und der beginnt bei der Frage, wie sich diese Ästhetik mit dem verträgt, was man ihr an LoRAs mitgibt.
LoRAs und die Krea-Ästhetik
Weil die Architektur identisch ist, gilt für LoRAs dasselbe wie für das ControlNet: Ein LoRA, das für Flux.1 dev trainiert wurde, lädt und wirkt auch auf Krea dev — und umgekehrt. Technisch sind die beiden Modelle austauschbar. Interessanter als die Frage, ob ein LoRA lädt, ist die Frage, wie gut es sich mit Kreas Ästhetik verträgt.
Kreas Ästhetik ist keine Einstellung, die man wegregelt, sondern in die Gewichte trainiert — eine Kraft, in deren Richtung das Bild gezogen wird. Ein LoRA arbeitet entweder mit dieser Kraft oder gegen sie. Ein Character- oder Identitäts-LoRA lehrt Inhalt — Gesichtsstruktur, wer die Person ist — und liegt damit quer zur Ästhetik der Basis; es reitet auf beiden Modellen mit und bleibt robust, weil es der Krea-Anmutung nichts wegnimmt. Ein Stil-LoRA dagegen lehrt genau das, was Krea schon mitbringt: Anmutung. Hier überlagern sich zwei Ästhetiken, und dasselbe Stil-LoRA kann auf dev und auf Krea unterschiedlich landen — auf der einen Basis malt es in eine leere Fläche, auf der anderen gegen eine bereits vorhandene Handschrift.
Das lässt sich an einem Character-LoRA unmittelbar prüfen. Trainiert man die Identität einer synthetischen Person und rendert sie mit identischem Seed und Prompt einmal auf dev und einmal auf Krea, sollte die Person dieselbe bleiben — die Identität stammt aus dem LoRA — während sich die Anmutung unterscheidet, weil sie aus der Basis stammt: dieselbe Person, zwei Ästhetiken. Zugleich ist das die sauberste Methode für den folgenden Abschnitt: Wird das Subjekt per LoRA konstant gehalten, ist jeder sichtbare Unterschied allein der Basis-Ästhetik zuzuschreiben und nichts anderem.
Was sich im Bild ändert
Der Vergleich ist nur dann ehrlich, wenn ausschließlich das Modell variiert: derselbe Seed, derselbe Prompt, dieselbe guidance, dieselben Sampler-Parameter, dieselbe ControlNet-Kante. Genau deshalb bleibt oben alles unverändert — nur so ist ein sichtbarer Unterschied dem Modell zuzuschreiben und nicht einem verstellten Regler.
Getestet wird entlang von vier Dimensionen, die für die Tauglichkeit neben professioneller Werbefotografie zählen — nicht entlang von „wirkt eindrucksvoller". Die Verdikte unten stehen erst, wenn sie über die Reihe gehalten haben.
Sättigung und „AI look". [EVIDENZ: Hält Krea dev die Farben zurückhaltender als dev, oder ist der Unterschied motivabhängig? Über wie viele Seeds/Motive beobachtet?]
Lichterzeichnung / Spitzlichter. [EVIDENZ: Fressen die Lichter bei dev früher aus als bei Krea? In welchen Lichtsituationen sichtbar, in welchen nicht?]
Hauttextur und Mikrodetail. [EVIDENZ: Wirkt die Haut bei Krea natürlicher / weniger geglättet? Bei welcher Ausgabegröße bzw. Zoomstufe wird der Unterschied überhaupt sichtbar?]
Verhalten unter der ControlNet-Kante. [EVIDENZ: Hält die Krea-Ästhetik, wenn die Canny-Kante die Geometrie erzwingt — oder kollabiert der ästhetische Vorteil, sobald die Struktur stark vorgegeben ist? Das ist die für den RAY-L-Workflow entscheidende Dimension.]
Ein Vergleich ist keine Reihe. Was hier als Unterschied behauptet wird, muss über mehrere Seeds und mehrere Motive gehalten haben — ein einzelnes Bildpaar, das in eine Richtung zeigt, ist ein Einzelfall, keine Eigenschaft des Modells.
Lizenz
Krea dev steht unter derselben Lizenz wie Flux.1 dev — der FLUX.1-dev-Non-Commercial-License. Das ist nicht die Apache-2.0-Lizenz von Flux.2 Klein 4B. Für rein lokales Testen und Research ist das ohne Belang; sobald die erzeugten Bilder kommerziell genutzt werden, braucht es die separate kommerzielle Lizenz über das BFL-Lizenzportal.
Die Wahl und die Lizenzierung des Modells liegen beim Anwender. RAY-L liefert kein Modell mit und schreibt keines vor: Wie ComfyUI ist es ein Rahmen, der verschiedene Modelle nutzen kann. Welches davon für den eigenen Einsatz das richtige ist — und unter welcher Lizenz es genutzt wird — entscheidet der Anwender selbst.
Wann Krea, wann dev, wann SDXL
Krea dev kostet gegenüber Flux.1 dev nichts extra. Es ist dasselbe 12-Milliarden-Parameter-Modell mit demselben VRAM-Bedarf und derselben Geschwindigkeit — die Encoder- und Sampler-Anforderungen aus 2.3.2 gelten unverändert. Die Entscheidung zwischen dev und Krea ist deshalb keine Hardware-Frage, sondern eine ästhetische.
Krea dev — wenn die photographische Anmutung zählt: zurückhaltende Sättigung, kontrollierte Lichter, natürliche Textur. Auf leistungsfähiger Hardware das Standardmodell, weil der ästhetische Gewinn zum Preis von null Mehraufwand kommt.
Flux.1 dev — wenn die neutrale dev-Basis als Ausgangspunkt gewünscht ist oder ein Workflow bereits gegen dev abgestimmt und geprüft wurde und man dessen exakt bekanntes Verhalten behalten will. LoRAs sind kein Grund für diese Wahl: Sie laufen auf beiden Modellen.
SDXL — für schnelle Iteration, ressourcenschonende Hardware oder ein LoRA-Ökosystem, das es für Flux noch nicht gibt.
Der Wechsel selbst kostet nichts und ist reversibel: ein Feld zurückgesetzt, und der nächste Lauf ist wieder dev. Genau diese Reibungslosigkeit ist der Grund, Krea dev an derselben Stelle einzuordnen, an der zuvor dev stand — nicht als neues Modell mit eigenem Setup, sondern als die photographischere Voreinstellung desselben Wegs.
Krea dev beziehen
Der Drop-in-Charakter zeigt sich schon beim Download: Neu herunterzuladen ist genau eine Datei — das Krea-Diffusionsmodell. CLIP-L, T5XXL und die VAE (ae.safetensors) sind dieselben wie im Flux.1-dev-Setup aus 2.3.2 und liegen bereits am richtigen Ort. Die neue Datei kommt in denselben Ordner wie dein dev-Modell; ihren Namen trägst du ins Checkpoint-Feld des RAY-L-Panels ein.
Volle Gewichte — flux1-krea-dev.safetensors, aus dem offiziellen Repository von Black Forest Labs. Höchste Qualität, für 24 GB VRAM aufwärts bzw. den fp16-Pfad auf dem MacBook Pro mit 64 GB. Der Download setzt die Zustimmung zur Lizenzvereinbarung voraus — genau die Non-Commercial-Lizenz aus dem vorigen Abschnitt.
huggingface.co/black-forest-labs/FLUX.1-Krea-dev
fp8 scaled — ComfyUI-fertig — flux1-krea-dev_fp8_scaled.safetensors, ~11,9 GB, repackt von Comfy-Org. Deutlich geringerer VRAM-Bedarf bei geringem Qualitätsverlust; die praktikable Wahl auf schwächerer Hardware. Dieselbe Non-Commercial-Lizenz wie die vollen Gewichte.
huggingface.co/Comfy-Org/FLUX.1-Krea-dev_ComfyUI
Welche Variante die richtige ist, entscheidet allein die Hardware — an der Pipeline ändert sich nichts. fp8 oder fp16: die Encoder-Frage aus 2.3.2 gilt für Krea unverändert.